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Spiritualität/Mystik

Advaita: Leere oder Fülle?

Details

Zeichnung Christian Salvesen
Zeichnung: Christian Salvesen

Neti, neti, weder dies noch das

Eine Rezension des Connection-Heftes »Sowohl als auch: Advaita« von Christian Salvesen, dem Redakteur des vergriffenen Connection Sonderheftes Nr. 50 über Advaita. Mit einem darauffolgendem kurzen Dialog zwischen ihm und Wolf Schneider über die Ähnlichkeit/Verschiedenheit zwischen den Ansätzen der Fülle (Hinduismus) und der Leere (Buddhismus)...

»Advaita« ist von der Buchstabengröße her der Haupttitel des Connectionheftes im Herbst 2014. Darüber steht »Sowohl als auch:«. Darunter klein: »Wenn der Tropfen in den Ozean gefallen ist, was dann?« Das Heft ist inhaltlich gut, die vielen Beiträge von namhaften Persönlichkeiten der aktuellen Satsangszene sind vielschichtig und informativ, und das eigentliche Thema, nämlich die Synthese von Meditation und sozial-politischem Engagement ist anregend dargestellt. Die meisten Beiträge sind für sich genommen hervorragend. Wolf Schneider gibt einen ausführlichen erhellenden Überblick über die spirituelle Szene – Merksatz für mich: »Erwachen gibt es nur für Nichterwachte.« Torsten Brügge überzeugt damit, dass, wer ins Nichts eintaucht, anschließend die Welt umso intensiver und klarer sieht. Dr. Gerhard Breidenstein erläutert, dass Mystik uns aus unserem Halbschlaf weckt und zur Achtsamkeit führt. Konstantin Wecker plädiert im Interview für mehr Mitgefühl. Er arbeitet ab diesem Heft regulär bei Connection mit. Dann haben wir da die alten Bekannten von John de Ruiter über den »Zweiten Helfer« Eli Jackson Bear bis Samarpan und Pyar Troll – und 22 weniger bekannte Satsanglehrer, die ihren Obulus bezahlten, um im Heft zu erscheinen.

Was ich nicht ganz verstehe bei diesem Heft ist der Titel »Advaita«. Vedanta Advaita, das von Shankara um 800 nuZ in Indien als Gegenreformation zum Buddhismus entwickelte Konzept einer nicht-dualistischen Philosophie wird im Heft schlicht übergangen. Vertreter des vieldiskutierten Neo-Advaita wie Tony Parsons, Richard Sylvester, Karl Renz, Jeff Foster usw. werden nicht einmal erwähnt. Einige der im Heft mehrmals vertretenen spirituellen Lehrer sind dagegen erklärte Gegner des Neo-Advaita. Sie meinen, dass zum Erwachen eine spirituelle Praxis und ein spiritueller Lehrer, d.h. sie selbst nötig seien.

Eine überlieferte Umschreibung von Advaita (a-dvai = nicht-zwei) ist neti-neti = weder dies noch das = weder noch. Ein Ausschlussverfahren: Weder die Welt noch Ich sind wirklich. Es gibt nichts, woran sich der Sucher halten kann. Bei Wolf Schneider wird daraus »Sowohl als auch«. Sowohl die Welt als auch Ich sind nun gleichermaßen wichtig. Im Grunde das direkte Gegenteil von Advaita. Vielleicht ist das als Provokation gedacht? Oder eine Art neckender Anstoß, nicht alles so verbissen zu sehen? So nach dem Motto: Hey Leute, Erwachen ist doch nicht alles, schaut euch lieber auch mal an, was da in der Welt passiert! Finde ich okay, hat nur nach meinem Verständnis nichts mit Advaita zu tun.

Wolf: Neti-neti ist doch dasselbe wie Sowohl-als-auch! Ich bin davon ausgegangen, dass es ausreichend weithin akzeptiert ist, dass das zwei Ansätze sind, die sich nur oberflächlich unterscheiden.
Christian: Ich weiß nicht, wer das sagt, dass das beides dasselbe ist. Wahrscheinlich Arjuna Ardagh. Das ist einfach eine clevere Umpolung und nimmt dem Neti.Neti alle Schärfe und Kompromisslosigkeit. Wie gesagt, meine womöglich nicht mehr zeitgemäße Interpretation, obwohl es auch die von Karl Renz und Nisargadatta Maharaj ist.
Wolf: Ich denke, damit hast du recht: Man kann das Neti-neti verwässern und ihm damit die Schärfe nehmen. Das meine ich aber nicht mit der Gleichbewertung des Sowohl-als-auch mit dem Neti-neti, sondern ich meine hier die, mystisch betrachtet, Gleichwertigkeit des buddhistischen Ansatzes (»Alles ist leer«) mit dem hinduistischen (»Alles ist voll«), die sich auch in der Verschiedenheit der Bewertung von Atman (Hindu) und Anatman/Anatta (Buddha) zeigt. Ich meine, dass wir heute beide Ansätze als gleichwertig und gleich gültig nebeneinander stellen sollten und dass das weithin auch so getan wird. Beide führen zur höchsten mystischen Wahrheit, da muss keiner den jeweils anderen Ansatz abwerten.
Christian: Was die Gleichwertigkeit von buddhistischer Leere (und Fülle!) und dem vedischen Ansatz des undefinierbaren Brahman (neti-neti, weder dies noch das) angeht, da gebe ich dir voll recht. Doch im Heft ist bei mir der Eindruck entstanden, das Sowohl-als-auch bezieht sich auf eine Lebenshaltung: Sowohl Meditation als auch politisches Engagement. Auch das halte ich für eine durchaus zeitgemäße Anregung, solange sie nicht zu einer moralischen Aufforderung, zu einem Gebot wird. Advaita im eigentlichen Sinn bedeutet eine noch viel weiter oder tiefer reichende Erkenntnis, in der keine Unterscheidung zwischen außen und innen mehr geschieht oder nötig ist.

Das Interview führte Wolf Schneider

Christian Salvesen, Jg. 51, MA in Philosophie, Lit.- und Musikwiss. Diverse Radiosendungen in NDR und Radio Bremen, WDR und NDR, seit 2004 Redakteur bei der Zeitschrift »Visionen«. Seit 1997 zahlreiche Buchveröffentlichungen. Von Christian Salvesen ist kürzlich bei www.tao.de das Buch »Sex, Haschisch und Erleuchtung« erschienen. www.christian-salvesen.de

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