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Yoga als Reifeprozess

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Yoga als Reifeprozess
Foto: Kirstein

Mensch, werde wesentlich

Gerrit Kirstein war mehr als 20 Jahre lang als Marketingdirektor in Bankenkonzernen tätig. Als klassischer 68 mit Betriebswirtschaftsstudium in Frankfurt/Main hatte er trotz seiner Managementaufgaben das Bewusstsein für die Bedeutung spirituellen Denkens und Handelns nicht verloren. Mit Eintritt in den Ruhestand gab er seinem Lebensweg eine neue Ausrichtung und findet heute seine Erfüllung als Journalist, Workshopleiter, Keynote-Speaker und Yogalehrer...

»Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm nur so selten dazu« – mit diesem Song hat Udo Lindenberg in seinem Comeback einen echten Hit gelandet und gleichzeitig ein Lebensgefühl angesprochen, das viele Männer und Frauen, egal in welcher Lebensphase, nur zu gut kennen. Das Zitat stammt übrigens nicht von Udo, sondern von dem österreichisch/ungarischen Schriftsteller Ödön von Horváth. Der hatte schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts darüber philosophiert, dass es in uns noch etwas Anderes, vielleicht Authentischeres gibt, als das, was wir tagtäglich leben und vorgeben zu sein. Wenn man es hart ausdrücken will, könnte man sagen: Wir leben und verkörpern unsere Illusionen und verstecken unser wahres Ich dahinter; manchmal bewusst, meist aber unbewusst. Könnte das der Grund dafür sein, dass man so oft den Spruch hört: »Eigentlich geht's mir ganz gut«, dem meist lautlos oder ausgesprochen ein Wenn oder Aber folgt?

Geht es dir gut?

Was müsste denn passieren, damit wir unsere Befindlichkeitsbeschreibung nicht einschränken, sondern aus vollem Herzen sagen könnten: »Mir geht es gut, ja mir geht es sogar sehr gut?« Das hört man leider relativ selten. Warum? Ist es Rücksichtnahme und Einfühlungsvermögen für den Fall, dass es dem Gegenüber möglicherweise im Augenblick nicht so gut geht? Oder trauen wir es uns nicht, unsere Freude und unseren Stolz über ein gutes und schönes Lebensgefühl auszusprechen, aus Angst und Sorge, dass es bald wieder vorbei sein könnte? Oder, das wäre die schlechtere Variante, geht es uns gar nicht so gut wie wir vorgeben und wollen nur nicht, dass andere Menschen das mitbekommen? Ist es nicht so, dass wir in einigen Lebensbereichen einfach eine Illusion leben?

Wir denken oft wir bräuchten noch dies und das, um zufriedener zu sein. Vergiss' es! Alles Täuschung, Maya, Illusion!

Illusionen

Sigmund Freud hatte es schon früh erkannt: »Illusionen empfehlen sich dadurch, dass sie Unlustgefühle ersparen und uns an ihrer Statt Befriedigungen genießen lassen.« Ja, auch im Yoga ist die Bedeutung der Illusion eindringlich beschrieben. Bei Patanjali und im Vedanta finden wir Erklärungen, die unser Verständnis erleichtern und auch Swami Sivananda hat sich ausführlich mit dem Phänomen Illusion, das unter dem Namen Maya bekannt ist, auseinandergesetzt. Maya steht für Schein, äußerer Schein, Täuschung, aber auch für Kraft, ja sogar göttliche Kraft. Maya gaukelt uns alles Mögliche vor, und manchmal können wir nicht mehr unterscheiden zwischen Wirklichkeit und Illusion. Du kennst das: »Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele?«

Es gibt mehrere Arten von Maya in unserem Leben. Wir denken oft wir bräuchten noch dies und das, um zufriedener zu sein. Und wenn wir so sein könnten wie unsere großartigen Vorbilder, dann wären wir endlich glücklich. Vergiss' es! Alles Täuschung, Maya, Illusion!

Ganz anders Sein

Dieses Ganz-anders-Sein ist ja wahrscheinlich auch nicht ganz so radikal gemeint, wie es klingt. Denn wir können ja nicht einfach aus unserer Haut heraus und so smart und cool sein wie George Clooney und Brad Pitt, oder so erfolgreich und sexy wie Angelina Jolie und Helene Fischer. Wir müssen mit unserer körperlichen Hülle leben, und bei einem erwachsenen Menschen ist der Wesenskern in aller Regel so ausgeprägt und stabil, dass fundamentale Veränderungen nur eingeschränkt möglich sind. Die Macht der Gewohnheiten und Begrenzungen hat über die Jahre ihre Spuren hinterlassen und den Charakter und die Verhaltensmuster geformt.

Aber wir hätten durchaus die Chance, unsere positiven Eigenschaften und Fähigkeiten zu verstärken und auf diese Weise bereits ein Stück anders zu sein: freundlicher, toleranter, mit mehr Mitgefühl und Herzlichkeit. Wir könnten uns mit gesteigertem Interesse und vorurteilsfreier Einstellung neuen Gedanken und Entwicklungen zuwenden. Wir könnten verständnisvoller und liebevoller agieren und reagieren. Das würden wir doch hinkriegen, oder?

Neue Wege beschreiten

Und mit Sicherheit gibt es tief in unserem Inneren noch ein großes Potenzial, welches wir noch gar nicht entdeckt, geschweige denn ausgeschöpft haben. Der Neurobiologe Prof. Gerald Hüther weist in seinen lesens- und hörenswerten Ausführungen eindringlich auf die drohenden Gefahren hin, wenn wir unverändert alte Muster leben und bedenkenlos nur die vorhandenen Ressourcen nutzen, nach dem Motto: Weiter wie bisher, es wird schon gut gehen! Stattdessen müssten wir uns darauf konzentrieren, wie wir die Potenzialausschöpfung forcieren und neue Wege beschreiten. Diese Strategie wäre ein echter Paradigmenwechsel und könnte nicht nur für eine Lösung unserer universalen klimatischen, soziologischen, wirtschaftlichen, politischen und gesundheitlichen Probleme und Herausforderungen geeignet sein, sondern könnte und sollte auch von jedem einzelnen Individuum praktiziert werden.

Die meisten von uns fühlen es bereits und es ist ihnen auch bewusst, dass in jedem von uns viel mehr Möglichkeiten, Ideen, Ambitionen, Fähigkeiten angelegt sind, als das, was wir bisher gezeigt haben. Und auch das ist eine wichtige Erkenntnis aus der Neurobiologie: Unser Gehirn ist lebenslang, in jedem Alter in der Lage, neue Verbindungen zu knüpfen, Innovationen zu generieren, Veränderungsprozesse anzustoßen. Also, lass' uns doch den Zugang zu den in uns brachliegenden Goldquellen finden, sie öffnen und den Schatz heben …

Es ist doch viel bequemer so zu bleiben, wie man ist. Warum sich die Mühe machen und sich auf die Suche begeben nach dem wahren Selbst?

Zeit für sich selbst

Wieso kommen wir nur so selten dazu? Haben wir tatsächlich keine Zeit? Oder nehmen wir uns zu wenig Zeit für uns selbst, den mit Sicherheit wichtigsten Menschen in unserem Leben? Sind wir uns nicht wichtig und kostbar genug? Trauen wir uns zu wenig zu? Warum schenken wir uns nicht genügend Aufmerksamkeit, Zuwendung und Liebe, um diese anderen, wertvollen Teile in uns lebendig werden zu lassen?

Meine Erfahrung ist, dass wir es erstens nicht richtig gelernt haben, auf unsere innere Stimme und auf unser Herz zu hören. Wir haben viel zu früh den Zugang dazu verloren, weil wir funktionieren mussten und in unserer Individualität zu wenig bestätigt wurden. Wir sind ja schließlich zu leistungsbereiten, verantwortungsvollen, nützlichen Gliedern der Gesellschaft erzogen worden. Egoismus war nicht erwünscht, und die Suche nach dem Selbst wurde in die Ecke der Esoterik gedrängt.

Zweitens lassen wir uns zu leicht und oft auch gern von unseren wahren Bedürfnissen ablenken. Lieber geben wir uns den vielfältigen Medieneinflüssen hin, die von morgens bis abends versuchen, unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen und uns Illusionen vorgaukeln. Sie zeigen uns ein verzerrtes Bild der Realität und lassen uns meist verwirrt und enttäuscht zurück. Es ist ja auch viel bequemer so zu bleiben, wie man ist. Warum sollte man sich die Mühe machen und auf die Suche nach dem wahren Selbst und verborgenen Talenten und Wachstumschancen gehen? Wer weiß, was am Ende dabei herauskommt? Also weiter wie bisher, denn »et hät noch immer jot jejange.«

Was können wir tun?

Schauen wir uns jetzt aber doch mal an, wie es anders gehen könnte. Was wir tun können, damit mehr von dem »Anderssein« in uns lebendig wird; vorausgesetzt, wir wollen das wirklich.

Aus meiner Sicht bietet Yoga alles, was wir brauchen, um die verborgenen Schätze in uns zu heben und uns dann daran zu erfreuen. Wir kümmern uns im Yoga um unser körperliches Wohlbefinden. Wir nehmen uns Zeit und entwickeln Achtsamkeit. Wir konzentrieren uns auf die Atmung und erkennen, dass die Qualität unseres Atmens auch die Qualität unseres Lebens bestimmt. Wir lassen unsere Energien fließen. Wir helfen unserem Geist zu Ruhe zu kommen. Wir hören auf unsere innere Stimme und öffnen die Herzen. Wir lernen, dass die Liebe die stärkste Kraft auf Erden ist, und wenn wir schließlich Zugang zu unserer allumfassenden Liebe finden, sind wir Samadhi, dem glückseligen, überbewussten Seinszustand nah.

Wachstum, Reife, Vollendung

Die Frauen und Männer, die bereits auf dem Yogaweg sind, haben diese Erfahrungen zum Teil schon gemacht. Sie haben sich instinktiv oder bewusst für Yoga entschieden, weil sie spürten, dass hier ein Schlüssel zum Anderssein, zur Veränderung, zum Zu- und Miteinander, zur Auseinandersetzung mit sich selbst, liegt. Wobei es ja nicht um ein Anderssein im Sinne einer Differenzierung und Abgrenzung geht. Nein, es geht allein darum, bisher nicht gelebte Verhaltensweisen und Fähigkeiten zu aktivieren und das eigene Persönlichkeitsprofil zu weiten, wachsen zu lassen und zum Strahlen zu bringen. Primäres Ziel des Yoga – und letztlich in unser aller Leben – ist es Wachstum, Reife und in einer erhöhten Betrachtung auch Vollendung zu erreichen.

Aus diesem Entwicklungsprozess ergeben sich Ruhe, Entspannung, Harmonie, Gleichgewicht, Freude, Selbstwertgefühl, tiefe Zufriedenheit und von Herzen kommendes Denken und Handeln. Die Zufriedenheit darüber, dass man aus dem, was man an Fähigkeiten und göttlichem Auftrag für dieses Leben mitbekommen hat, etwas Gutes gemacht hat. Dies ist das großartige Geschenk für das Bemühen um die Liebe zu sich selbst.

Gerrit Kirstein

Gerrit Kirstein, Jg 48, Industriekaufmann und Betriebswirt, war mehr als 20 Jahre als Marketingdirektor für internationale Bankenkonzerne tätig. Er lebt in Osnabrück und hat mit Eintritt in den Ruhestand eine Ausbildung zum Yogalehrer begonnen. Ferner arbeitet er als Journalist, Workshopleiter und Keynote-Speaker. www.ageinbalance.com

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