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Spiritualität/Mystik

Essen für den Frieden

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Essen für den Frieden - aus Dankbarkeit, für die Gesundheit und für den Frieden empfiehlt Rüger Dahlke die rein pflanzliche Ernährung
Foto: Fotolia.com, Blessings

Dankbarkeit gegenüber der Natur führt zu einer friedlichen Art der Ernährung

Seit vierzig Jahren lebt Rüdiger Dahlke vegetarisch, seit zwei Jahren außerdem vegan. Auslöser für Wende zum Veganen war bei ihm die "China-Study", eine groß angelegte, 2005 veröffentlichte Studie zweier New Yorker Mediziner, die unmissverständlich zeigte, wie sehr die vegane Lebensweise gesundheitlich vorzuziehen ist. Für Dahlke spielen aber auch noch andere Gründe eine wesentliche Rolle: die Ethik des Tierschutzes und die Tatsache, dass eine Umstellung auf pflanzliche Ernährung mit einem Schlag das Welthungerproblem lösen könnte

Mit Dankbarkeit tun wir uns generell schwer, dabei wäre sie ein verlockender Schlüssel zum Lebensglück. Zwar sind nicht alle glücklichen Menschen dankbar, aber alle dankbaren sind glücklich. Und glücklich wollen alle sein. Die Mehrheit der Menschen glaubt allerdings, glücklich mache, alles zu bekommen, was man wolle. Dabei ist es genau umgekehrt: glücklich wird, wer alles will, was er bekommt. Und wenn er dann dafür dankbar ist, umso mehr.
Wir hätten viele Gründe, dankbar zu sein - etwa für alles, was in unserem Körper gut funktioniert, aber das nehmen wir in der Regel als selbstverständlich und sind diesbezüglich keineswegs dankbar. Wären wir es, würde das ständigem Glück Tür und Tor öffnen. Sobald aber etwas nicht funktioniert, nehmen wir das sofort zum Anlass, unglücklich zu sein. Wir nutzen also die größten Chancen zur Dankbarkeit auffällig schlecht.
Es ist fast wie beim Geld: Kein Mensch wird durch noch so viel Geld wirklich glücklich, aber durch den Verlust von Geld werden viele sehr rasch und sehr dauerhaft unglücklich. Hart gesagt, kann man durch Geld wohl gar nicht glücklich, aber nachhaltig unglücklich werden. Für erhaltenes Geld könnte man immerhin dankbar sein, zum Beispiel für eine Erbschaft. Aber leichter ist es scheinbar auch da, die Erblasser oder die Erbschaft lieber herabzusetzen und über entstandene Belastungen zu schwadronieren. Diesem Weg folgen erstaunlich viele - ins Unglück.

Schuldzuweisungen

Essen für den Frieden - aus Dankbarkeit, für die Gesundheit und für den Frieden empfiehlt Rüger Dahlke die rein pflanzliche Ernährung
Foto: Fotolia.com, Detailblick

Am meisten Grund dankbar zu sein, hätten wir gegenüber unserer Mutter, die uns immerhin neun Monate ihres Lebens sehr weitgehend opferte und uns in ihrem Bauch wachsen und gedeihen ließ. Auch danach haben die meisten Mütter noch so viel Zeit für ihre Kinder aufgewendet, dass deren auffallend häufige Unzufriedenheit mit ihnen undankbar erscheint. Jede Mutter hätte folglich erst einmal grundsätzliche Dankbarkeit verdient. Aber leichter als solchen Dank auszudrücken, was die Mütter glücklich machen und den dankbaren Kindern Glücksgefühle bescheren könnte, ist es offenbar, ihr Fehler nachzuweisen und eigene Probleme auf sie zu projizieren. Ihr alle möglichen Verfehlungen anzulasten, scheint jedenfalls beliebter und häufiger. Sobald man jemandem alles Mögliche an Schuld auflastet, erspart man es sich, dankbar zu sein. Sind deshalb so viele so viel lieber undankbar, obwohl sie dabei doch nur unglücklich werden?
Wir vermeiden jedenfalls auffällig häufig Dankbarkeit, die uns und andere glücklich machen könnte. Methoden wie die Psychoanalyse lebten geradezu davon, Schuld vorzugsweise auf Mütter zu projizieren - jedenfalls in der Zeit, wo ich sie als Patient und Doktorand erlebte und erlitt, war das so. Disziplinen wie die Soziologie fuhren phasenweise ähnliche Einbahnstraßen entlang. Dankbarkeit ist offenbar ungleich unpopulärer als Projektion. Dabei wäre sie ein so leichter Weg ins Glück, während Projektion praktisch immer ins Unglück führt. Was steckt hinter diesem eigenartig unvernünftigen und widersinnigen Spiel?

Responsibility

Dankbarkeit setzt die Anerkennung voraus, jemandem etwas zu schulden, in einer Art Bringschuld zu sein.
Möglicherweise ist das der Grund für die geringe Lust auf sie. Wir haben in unserer Kultur ein enorm übertriebenes Schuldproblem und wollen keinesfalls in jemandes Schuld geraten. Das ist ja auch der Grund, warum kaum noch jemand Verantwortung übernehmen will, wird sie doch schon sprachlich mit Schuld synonym gesetzt. Die Frage "Wer ist verantwortlich?" läuft schon fast auf dasselbe hinaus wie "Wer ist Schuld?". Dabei wäre Verantwortung die Fähigkeit zu antworten wie es im Französischen, Italienischen und Englischen noch deutlicher wird: Responsibility ist die Fähigkeit zu antworten, "the ability to respond".

Glückliche Menschen sind oft dankbar und dankbare immer glücklich

Darum geht es, wenn jemand juristisch völlig schuldlos bei einem Autounfall eine Querschnittslähmung erleidet. Auch wenn ihn keine Schuld trifft, muss er trotzdem eine Antwort finden auf diese Herausforderung des Schicksals, diesen Schicksalsschlag, der ihn möglicherweise viel mehr getroffen hat als den juristisch Schuldigen. Diesen Unterschied versuche ich gebetsmühlenartig deutlich zu machen, von "Krankheit als Weg" vor dreißig Jahren bis zu "Krankheit als Symbol" heute. Das ständig wiederkehrende Argument, die Krankheitsbilder-Deutung schiebe Betroffenen Schuld zu, beruht auf dieser Verwechslung von Schuld und Verantwortung, wird aber mehr oder weniger vorsätzlich weiter wiederholt - und nicht nur in einseitigen Skeptiker-Clubs wie Wikipedia oder gar Esowatch.
Wir scheinen irgendwie in die Schuld verliebt zu sein. Solange wir Schuld auf andere - zum Beispiel auf unsere Mütter - projizieren können, fühlen wir uns gut und brauchen vor allem nicht dankbar zu sein. Allerdings verhindern wir so auch unser Glück. Lieber projizieren wir alles Mögliche und am liebsten unsere eigenen Probleme, statt uns unsere eigene Abhängigkeit einzugestehen.

Spielregeln des Lebens

Diesem Dilemma werden wir solange nicht entgehen, wie wir erstens die Spielregeln des Lebens nicht lernen und akzeptieren, was die Inder Lila, das kosmische Spiel, nennen. Zweitens wird uns das das Schattenprinzip solange einholen, wie wir den Mechanismus der Projektion nicht durchschauen, der aus dem Polaritätsgesetz folgt. Dann wird aus heißer Liebe weiterhin kalter Hass und dieser auf den Partner projiziert. Wollen wir uns drittens wirklich der ganzen Fülle des Lebens stellen, unserem Schatten, der unseren größten Schatz enthält - wie es bei Krankheitsbildern deutlich wird - ihn integrieren und heil werden im Sinne echter Therapie, dann müssen wir dem Wesen des Krankheitsbildes entsprechend die Weichen stellen. Wollen wir obendrein vorbeugen und unsere Vorsätze zum Funktionieren bringen, müssen wir auf tieferer Ebene verstehen, wovor wir uns beugen müssen und was das Wesen der Probleme und Charakterfehler ist, die es zu wandeln gilt. Dabei kann uns das Wissen um die Lebensprinzipien helfen. Mit diesem Dreierprogramm, das die Trilogie des (alten) Wissens in "Die Schicksalsgesetze - Spielregeln fürs Leben", "Das Schattenprinzip" und "Lebensprinzipien" lehrt, ist es nicht nur, aber auch möglich, dem Wesen der Dankbarkeit näher zu kommen. Wenn die Gesetzmäßigkeiten erkannt und die eigenen Schatten-Projektionen durchschaut werden, sind die Haupthindernisse, die uns den Zugang zu Dankbarkeit verstellen, aus dem Weg geräumt. Dann ginge es nur noch darum, Gründe für die Dankbarkeit zu finden, und da gibt es unzählige.

Der Hunger und die Fleischindustrie

Ich möchte sie hier am Beispiel von Peace-Food" meinem neuen zentralen Thema und Anliegen darstellen. Wir könnten schon unendlich dankbar sein, hier in diesem reichen entwickelten Teil der Welt geboren zu sein. Nicht nur haben wir deshalb ein regensicheres Dach über dem Kopf und eine gute Bildung, sondern auch bei weitem genug zu essen, einen wahren Überfluss - jedenfalls an Kalorien.
Schauen wir in die armen Länder dieser Welt, begegnet uns entsetzlicher Hunger. Wenn wir hören, dass jeden Tag zigtausend Menschen verhungern, die meisten davon Kinder, erschrecken wir, könnten aber neben der Sorge um die Menschen dieser Welt auch Dankbarkeit für unser so ungleich glücklicheres Schicksal fühlen. Machen wir uns klar, dass diese Menschen nicht nur wegen der Misswirtschaft in ihren Ländern, sondern auch wegen unserer Organisation der Welt verhungern. Wir kaufen ihnen riesige Kalorien-Mengen hochwertiger Kohlenhydrate ab, um daraus hier bei uns durch Verfütterung an Masttiere relativ kleine Kalorien-Mengen minderwertiger Tierproteine zu machen. So lassen wir unsere Masttiere ihnen das Essen wegfressen. Das ist vom humanitären Standpunkt aus unverantwortlich, vom christlichen unerträglich. Die Dankbarkeit für unsere Situation müsste sich im Moment solchen Erkennens mit Verantwortungsgefühl paaren und zum Handeln führen. Das meint hier aber nicht eine Spende an Brot für die Welt. Gegen diese spricht auch nichts, außer vielleicht, dass sie meist Alibi-Charakter hat und insofern oft ungleich wichtigere Entschlüsse verhindert. Die einzige wirklich verantwortliche Konsequenz wäre der Umstieg auf pflanzliche Ernährung in Dankbarkeit und Verantwortung.

Essen für den Frieden - aus Dankbarkeit, für die Gesundheit und für den Frieden empfiehlt Rüger Dahlke die rein pflanzliche Ernährung
Foto: Flickr.com, Somegeekintn

Diese Erde könnte zwölf Milliarden Menschen ernähren, weiß Jean Pütz, wenn diese nur vegetarisch lebten. Als Allesfresser schaffen wir es nicht einmal, die schon vorhandenen sieben Milliarden auch nur schlecht zu ernähren, weil die Produktion von tierischem Eiweiß enorme Ressourcen verschwendet. Wir verbrauchen riesige Ländereien für Viehzucht, erlauben der Wirtschaft ihr die letzten Regenwälder zu opfern und vernichten unglaubliche Mengen des immer knapper werdenden Rohstoffes Wasser für sie. Würden alle Menschen vegan leben, wäre der Hunger auf Erden vorbei und wohl auch die Kriege. Ein Bewusstsein des Hungers müsste uns also, wären wir konsequent, zur veganen Ernährung führen.

Die Lösung: vegane Ernährung

Wir könnten auch dankbar sein, in diesem Teil der Erde zu leben, wo wir uns eines Überflusses an Ressourcen bedienen und erfreuen können. In vieler Hinsicht haben hier mehr als wir brauchen. Unseren Müll transportieren wir nicht selten zurück in die armen Länder - auf den Schiffen, die deren Nahrung als Tierfutter zu uns entführten. Aber diese unsere Lebensform überfordert offensichtlich unseren Planeten. Wir ruinieren das Klima der ganzen Erde weitgehend hier von uns aus, und damit meine ich uns Europäer und die anderen Bewohner der reichen Länder, die am meisten Ressourcen verschwenden. Der Hauptfaktor dabei ist die weltweite Tierzucht. Auch hier ist die einzige Konsequenz, die dieses Problem grundsätzlich löst, die vegane Kost.
Schon heute produzieren die Schlachttiere weit mehr Kot als ihre Esser, die Menschen. Aber es gibt praktisch keine vergleichbaren Entsorgungskonzepte für die Kot-Gebirge und Gülle-Seen. Die Strafen für die ständigen Übertretungen sind lächerlich niedrig und werden routinemäßig von der Industrie gezahlt, wie in "Peace-Food" aufgezeigt. Hier könnten wir die Politik in die Pflicht nehmen, was wieder Jahre dauern würde, mit fraglichem Ausgang. Das ließe sich aber alles auch ganz einfach und unproblematisch ändern, ganz ohne eine andere Politik, neue Gesetze und Regelungen oder strengere Strafen für industrielle Sünder: Wir müssten uns nur auf vegane Kost umstellen. Die Industrie stellt sich dann ganz von selbst und sehr rasch um. Sie kann und will nämlich nur produzieren, was wir ihr abnehmen. So wie übrigens auch Politiker nur behaupten können, was wir ihnen abnehmen. Wir leisten uns die momentane Situation, aber eigentlich können wir und unsere Erde uns diese wirklich nicht mehr leisten.
Die angeführten Fakten liegen schon lange auf dem Tisch. Was hindert uns noch? Bisher war das Ganze weit von uns weg in der armen Welt und in der Atmosphäre. Kamen die Gülle-Seen und Kotberge den Menschen nahe, haben diese als Anwohner immer rasch rebelliert, weil sie sich selbst betroffen fühlten. Den Gestank wollten sie dann doch nicht riechen. Aber das Problem liegt tiefer. Praktisch alle Tierproteinesser stinken aus ihren Poren, im Gegensatz zu den vegan Lebenden.

Schädliche Hormontherapien

Die Erde könnte zwölf Milliarden Menschen ernähren, wenn diese vegetarisch lebten

Das erinnert mich an jene Zeit vor Jahren, als Mediziner Frauen in der Lebensmitte massenweise Hormone verschrieben und vielfach sogar aufdrängten und sich dabei auf kleine und kleinste Pharma-finanzierte Studien beriefen, die das Blaue vom Himmel versprachen. Die Hormone sollten Herzinfarkte, Depressionen und Alzheimer verhindern, dem Altern entgegenwirken und natürlich der Osteoporose. Dann aber kamen zwei große Pharma-unabhängige Studien mit jeweils über einer Million Teilnehmerinnen, und die Wahrheit trat ebenso deutlich wie schrecklich auf den Plan. Die Hormone hielten keines der Versprechen, sie erhöhten sogar die Infarktrate und brachten nichts bei den anderen Symptomen, nicht einmal bei Osteoporose, aber die Brustkrebsrate trieben sie in schwindelerregende Höhen. Die eine der beiden Studien wurde sogar von der Ethikkommission abgebrochen, weil das Ergebnis so deutlich war und den Frauen der Hormongruppe die Einnahme nicht mehr zuzumuten war.
Die Gynäkologen waren geschockt, der Hormonwahnsinn hatte ein Ende, und das Thema geriet klamm heimlich in Vergessenheit. Erstaunlich war, dass die Ergebnisse der Studien erst noch - wahrscheinlich von Pharma-gestützten Medizinern - in Frage gestellt wurden, aber sie waren zu deutlich und zu signifikant. Man hätte auch von Anfang an den Forschern hinter der Studie dankbar sein können. Aber das hätte in diesem Fall das Eingeständnis eines gravierenden Fehlers bedeutet und die Erkenntnis verbreitet, dass Gynäkologen über gut zwei Jahrzehnte Brustkrebs verschrieben hatten - natürlich ohne es zu ahnen. Dabei hätte man es in dem Buch "Frauen-Heil-Kunde", das ich Jahre vorher mit dem Gynäkologie-Professor Volker Zahn geschrieben hatte, längst nachlesen können. Wir wussten, dass die Hormongaben gefährlich waren, aber auch nicht wie sehr. Die Studienergebnisse haben auch uns damals erschreckt.

"Wir Ärzte haben uns geirrt"

Ähnlich steht es jetzt, nur sind diesmal alle betroffen. Harte Fakten belegen auf dem Boden großer Studien wie ungeheuer schädlich Fleisch-, aber auch Milch(produkte) für unsere Gesundheit sind. Sie fördern nachweislich Herzinfarkte und Krebs, Arteriosklerose, Allergien und Diabetes und so ziemlich die ganze Latte moderner Zivilisationskrankheiten. Nicht zuletzt verschlimmern Milchprodukte genau jene Osteoporose, die sie eigentlich - laut Medizinern und Milchindustrie - verhindern sollten. Die Deutlichkeit etwa der Ergebnisse der China-Study und das Ausmaß der Schäden erschreckten auch mich. So entstand "Peace-Food", getragen von dem Bedürfnis, diese in doppelter Hinsicht harten Fakten der breiten Bevölkerung nahe zu bringen und sie zur raschen Umkehr zu bewegen.

Die vegane Ernährung macht uns gesünder, angstfreier, leichter, besser durchblutet und friedlicher

Wir Ärzte haben uns geirrt. Wir haben uns von der Industrie genauso hinters Licht führen lassen wie die Verbraucher. Persönlich hab ich zwar seit vierzig Jahren kein Fleisch mehr gegessen und empfohlen, nach dem späten Abstillen auch keine Milch mehr getrunken, aber Milch(produkte) trotzdem empfohlen, noch in Büchern wie EssensGlück. Ich hielt meine Aversion für eine dem spirituellen Engagement geschuldete Eigenart von mir. Vom Fleisch ahnte ich die Schädlichkeit. Die Schädlichkeit von Milch aber hat mich - zumal in diesem Ausmaß - wirklich überrascht. Nach diesen Studien-Ergebnissen müssten eigentlich jetzt Joghurtbecher, Milchflaschen und Fleischpakete ähnlich beschriftet werden wie Zigarettenschachteln. Als Arzt habe ich die Verantwortung, jeden Patienten auf diese von der Nahrung drohenden Gefahren hinzuweisen. Ähnlich wie von Zigaretten und gehärteten Fetten muss ich jetzt auch von tierischem Protein dringend und mit guten Gründen warnen.

Wir essen die Angst mit

Unsere Essgewohnheiten lassen nicht nur Zigtausende täglich sterben und ruinieren unsere Umwelt, sie richten auch uns selbst zugrunde. Wenn es aber um den eigenen Kopf und Kragen geht, sind die Chancen, dass jetzt wirklich etwas passiert, größer denn je. Sie beflügelten mich zum Schreiben von "Peace-Food" und solcher Artikel wie diesem hier. Es ist dringend Zeit umzukehren und die Ernährungswende einzuläuten.
In "Peace-Food" sind nicht nur die wichtigsten Studien im Hinblick auf unsere eigene Gesundheit zusammengefasst, sondern ich führe dort auch all die anderen Argumente an, die schon lange für die Ernährungs-Wende sprechen, wie vor allem der Tierschutz. Was wir Millionen Tieren in der augenblicklichen Situation in Tier-Zucht-Häusern antun, ist unbeschreiblich; ich hab es mit entsprechenden Zeugenaussagen trotzdem versucht. Auch hier kommt mit der Schlachtung in modernen Großschlachthöfen ein Punkt hinzu, der direkt auf uns selbst zurückschlägt. Die Tiere müssen in der Regel mit ansehen, wie Artgenossen vor ihnen dran kommen. Natürlich verursacht das maximalen Stress, der zur Ausschüttung von entsprechenden Angst- und Stresshormonen führt. Allesesser essen diese Todesangst der Tiere mit. Tatsächlich kennen wir Panikattacken erst, seit - mittels EU-Verfügungen - das Schlachten von den Höfen und kleinen Metzgereien in industrielle Großschlachthöfe verlegt wurde. Ich habe noch kaum Panikpatienten gehabt, die nicht auch Angst aßen.

Schuld und Dankbarkeit

Wir können also Prof. Colin Campbell, dem Verfasser der China-Study und Caldwyn Esselstyn dankbar sein. Sie haben belegt, wie Herzkranzgefäße sogar wieder aufgehen, wenn die Betroffenen sich auf pflanzliche Nahrung umstellen. Spät, aber nicht zu spät, haben sie uns unsere Fehler aufgezeigt - vorausgesetzt, wir gestehen uns diese ein. Das bringt uns wieder zu dem Problem mit der Schuld und der Dankbarkeit. Bevor wir uns diese Fehler und die dadurch entstandene Schuld eingestehen, ist es natürlich wieder leichter, die neuen Studien zu bekämpfen und ihre Verfasser gleich mit - zum Teil mit so abenteuerlichen Argumenten wie die, dass ihre Teilnehmerzahlen zu groß gewesen seien. Die Fleisch- und Milchindustrie unterstützt solche Einwände natürlich dankbar.

Wende - im Überfluss

Essen für den Frieden - aus Dankbarkeit, für die Gesundheit und für den Frieden empfiehlt Rüger Dahlke die rein pflanzliche Ernährung
Foto: Fotolia.com, Emu

Wir könnten dankbar sein, dass wir solch einen Essens-Überfluss haben, dass wir - nach diesem Studienschock - problemlos auf die buntesten und gesündesten Früchte, Gemüse und Getreide umsteigen können. Unser Essen kann leckerer werden als vorher, wenn wir nur die Chancen nutzen, die die vegane Küche heute bietet. Dankbar könnten wir auch sein, das alles jetzt und nicht erst übermorgen zu erfahren. Wer ins vegane Reich umsteigt, gewinnt in einem anfangs kaum vorstellbaren Maße, wie mich die letzten zwei Jahre meiner eigenen Ernährungswende zum Veganen gelehrt haben. Wir werden dadurch nicht nur spürbar gesünder, angstfreier und leichter, sondern auch besser durchblutet, energetischer und vor allem friedlicher. Wahrer Frieden beginnt immer innen, in den Seelen der Menschen. Darüber hinaus wird unser Körpergeruch angenehmer und unsere Ausstrahlung bessert sich so sehr, dass manchmal sogar wilde Tiere unsere Nähe suchen.
Obendrein erleichtern wir unser Gewissen, bewahren ungezählte Menschen vor dem Hungertod und noch viel mehr Tiere vor der elenden Tierquälerei bis zum schrecklichen Schlachthof-Tod. Wir retten unser Klima und helfen der Erde. Ich bin dankbar für diese Kehrtwende in meinem Ernährungsleben und allen die sie möglich machten und hoffe nun auf euch, liebe Leser, dass ihr mitmacht. Wir können dem Leben danken, dass wir dazu jetzt die Möglichkeit haben.

Ruediger Dahlke

Bücher zum Thema:
T.C. Campbell, T.M. Campbell, "China-Study - Die wissenschaftliche Begründung der veganen Lebensweise"
, Verlag Systemische Medizin, Juni 2011, HC, 480 S. 29.80 €. www.diechinastudy.de
Rüdiger Dahlke, "Die Schicksalsgesetze - Spielregeln fürs Leben", Goldmann-Arkana 209, HC, 19.95 €
Rüdiger Dahlke, "Das Schattenprinzip", Goldmann-Arkana 2010, HC, 19.99 €
Rüdiger und Margrit Dahlke, "Die Lebensprinzipien", Goldmann-Arkana 2011, HC, 24.99 €
Rüdiger Dahlke, "Peace-Food - wie Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt", Gräfe & Unzer 2011, HC, 19.90 €

Rüdiger Dahlke, Jg. 51, studierte in München Medizin. Weiterbildung in Naturheilweisen und Psychotherapie. Das Buch "Krankheit als Weg", das er zus. mit Thorwald Dethlefsen schrieb, machte ihn 1983 berühmt. 1989 Trennung von Dethlefsen und Gründung des Heilkunde-Zentrums Johanniskirchen. Seit 2011 Aufbau der Gemeinschaft TamanGa in der Südsteiermark. www.dahlke.at und www.mymedworld.cc

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