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Nachruf Margrit Kennedy

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Nachruf auf Margrit Kennedy
Margrit Kennedy

Vorkämpferin der Geldreform gestorben

Mit dem Tod von Margrit Kennedy (*21.11.1939 - gest. 28.12.2013) verlieren die Geldreformbewegungen eine engagierte Vorkämpferin, die nicht nur mit Argumenten überzeugen, sondern auch mit ihrer offenen Art Menschen für das unpopuläre Thema einnehmen konnte. Ihr größtes Verdienst war es, die oft kompliziert erscheinenden Zusammenhänge auf ihren einfach zu verstehenden Kern reduzieren und diesen in allgemein verständliche Worte zu fassen. Seitdem kann sich niemand mehr herausreden, ihm würden die ökonomischen Grundlagen fehlen, sich mit der Geldfrage zu beschäftigen.

Wenn jemand »Geld ohne Zinsen und Inflation« verspricht, und das auch noch in einem dünnen Taschenbuch im Eigenverlag und ohne den Hintergrund eines Ökonomiestudiums – was konnte wohl anderes dahinter stecken als Spinnerei? Auch ich war nahe daran, Margrit in die Ecke der phantasievollen Spinnerin zu stecken und folglich ihr Büchlein ins Altpapier – doch mit ihrem unbekümmerten Stil hatte sie mich bereits an der Angel: Ich wollte hinter ihren Denkfehler kommen. Stattdessen kam es zu zunächst schriftlichem, später persönlichem Kontakt; dann kam ich durch sie zu den Schriften von Helmut Creutz, woraus später ebenfalls ein freundschaftliches Verhältnis erwuchs. Durch beide lernte ich Eric Bihl kennen, mit dem ich den Equilibrismus e.V. gründete, in dem dann beide Mitglieder wurden.

Margrit lud mich 2000 nach Steyerberg ein, wo sie mit ihrem Mann Declan im Lebensgarten wohnte, damit ich das wichtige Symposium zur strittigen »Geldschöpfung« dokumentierte. Das war für mich eine glänzende Gelegenheit, viele der wichtigsten Köpfe der alternativen Wirtschaftsordnung kennen zu lernen. Dies nur einige der Kontakte, an denen Margrit irgendwie beteiligt war.

Umgekehrt stieß sie durch mich auf die Zeitschrift Connection, in der ich seit 1998 immer wieder Artikel zur Geldreform geschrieben hatte, besuchte den Verlag und schloss dort eines der wenigen »Abos auf Lebenszeit« ab. Zu Wolfs hoher damaligen Verschuldung, die dann, wie alle wissen, zu seiner Privatinsolvenz führte (der Verlag konnte überleben, weil die meisten der Kreditgeber ihren Anspruch gegen Aktien tauschten), sagte sie zu ihm nur: »Das ist nicht deine Schuld. In diesem System muss ein kreditfinanzierter Aufbau mit so hohen Zinsen, wie du sie gezahlt hast, zum Absturz führen. Mach dir deswegen nur keine Vorwürfe!«

In ihrer sympathischen Art spann die bekannteste Geldkritikerin Deutschlands unentwegt Fäden zu vielen alternativen ökonomischen Gruppen. Vor allem die Regionalwährungen hatten es ihr angetan. Mit anderen Aktivitäten wie z.B. für die Initiative MonNetA zog sie sich allerdings auch den Unmut mancher Geldreformer zu; das seien doch nur »halbe Sachen« wurde ihr vorgeworfen.

Eines allerdings verschaffte ihr bei allen große Hochachtung: Sie war die Geldreformerin, deren Bücher nicht nur die größte Verbreitung erfuhren, sie war auch am häufigsten in Interviews zu sehen, zu hören oder zu lesen! Ihr letztes Büchlein »Occupy Money« war da nur das Tüpfelchen auf dem i.

Viele von uns Geldreformern verlieren in Margrit nicht nur eine Wegbegleiterin, sondern eine Freundin, die immer ein offenes Ohr hatte. Sie bleibt uns allen in dankbarer Erinnerung!

»Occupy Money«

Margrit Kennedys aktuellstes Büchlein »Occupy Money« ist eine Art Update ihres Geldreform-Weltbestsellers von 1990 »Geld ohne Zinsen und Inflation«. Auch hier kommt einem als erstes der Gedanke: Wie will jemand auf netto knapp 90 Seiten den Fehler im heutigen Geldsystem und seine Folgen benennen und dann auch noch erklären, wie man es besser machen könnte?

Doch Margrit Kennedy kann es einfach. Auf knapp zwanzig Seiten erklärt sie den Systemfehler, dann folgen fünfzig Seiten mit Beispielen heute bereits praktizierter Alternativansätze, und knappe zehn Seiten zeigen, warum und wie ein neues Geld eingeführt werden sollte.

Natürlich kann man sich auch fragen, ob nicht ein Warnhinweis auf den Umschlag gehörte (»Geldreform kann süchtig machen«), denn das Thema Geld ist, wiewohl wir alle täglich praktischen Umgang damit pflegen, auch auf dem Theoriefeld unerschöpflich! Doch wenn man das erkannt hat, ist es meist schon zu spät, man ist dem Thema bereits verfallen... Oder man traut seiner eigenen Wahrnehmung nicht und glaubt weiter an die »Wirtschaftsweisen« von der Wall Street.

Etwas unglücklich finde ich den Untertitel »Damit wir zukünftig ALLE die Gewinner sind«. Denn der suggeriert nicht nur eine Simplizität, die höchstens in der Theorie, aber nicht in der Praxis besteht, sondern er benutzt auch einen Begriff, von dem wir uns eigentlich verabschieden müssten – zumindest im Bereich des Geldes. Gewinnen kann jemand nur auf Kosten von anderen. Das sollte man auf den Freizeitbereich beschränken, auf Sport und Spiele. Das Ziel einer fairen Geldordnung kann nur lauten: Jeder soll seinen Anteil bekommen.

Doch damit kommen wir bereits in Bereiche, die von diesem Büchlein nicht vertieft werden können. Seine Aufgabe ist es, uns geldtheoretischen Analphabeten, zu denen nahezu die gesamte Bevölkerung gehört, den Einstieg in die Materie zu ermöglichen. Und das tut es bestens. Für weitergehende Studien gibt es im Anhang entsprechende Literaturangaben.

Volker Freystedt

Volker Freystedt, Jg. 50, arbeitete schon in den Gründungsjahren bei Connection mit. Mitbegründer des Equilibrismus e.V. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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