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Wirtschaft/Politik

Die Transcent-Methode

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3. Aspekte der Gewalt

Werden nur sichtbare Auswirkungen der Gewalt in Betracht gezogen, dann sind weniger »Kosten« zu berücksichtigen; je kompletter ein Bild, umso größer sollten die Bedenken sein, wenn wir von rationalen Überlegungen ausgehen. Um das Denken über die Auswirkungen der Gewalt zu verdeutlichen, benützen wir ein Raster, das in sechs Räumen die materiellen, sichtbaren den nichtmateriellen, unsichtbaren Auswirkungen gegenüberstellt:


Die Auswirkungen der Gewalt
Raum Materielle, sichtbare Auswirkungen Nichtmaterielle, unsichtbare Auswirkungen
Quelle: http://them.polylog.org/5/fgj-de.htm
Natur Raubbau und Umweltverschmutzung; Schaden an der Vielfalt und an der Symbiose weniger Respekt für die nicht-menschliche Natur; Verstärkung der Haltung »Mensch über der Natur« weniger Respekt für die nicht-menschliche Natur; Verstärkung der Haltung »Mensch über der Natur«
Zustand des Menschen Somatische Auswirkungen:
Anzahl der Getöteten, Anzahl der Verwundeten, Anzahl der Vergewaltigten, Anzahl der Vertriebenen, Anzahl derjenigen in Not, Witwen, Waisen, arbeitslose Soldaten
Spirituelle Auswirkungen:
Anzahl der Hinterbliebenen, Anzahl der Traumatisierten, allgemeine Hassgefühle, allgemeine Depression, allgemeine Apathie, Rachsucht, Siegessucht
Gesellschaft der materielle Schaden an Gebäuden; der materielle Schaden an der Infrastruktur:
Straßen, Bahn, Post, Telekommunikation, Elektrizität, Wasser, Gesundheit, Bildung
der Schaden für die sozialen Strukturen:
für Institutionen, für die Regierungsfähigkeit;
der Schaden an der sozialen Kultur:
für Recht und Ordnung, für die Menschenrechte
Welt der materielle Schaden für die Infrastruktur:
Niedergang des Handels und internationalen Austauschs
der Schaden für die Weltstrukturen; der Schaden für die Weltkultur
Zeit verzögerte Gewalt:
Landminen, Blindgänger;
übertragene Gewalt:
genetischer Schaden für die Nachkommen
Strukturtransfer zur nächsten Generation; Kulturtransfer zur nächsten Generation; Kairos-Punkte von Trauma und Ruhm
Kultur irreversibler Schaden am menschlichen Kulturerbe, an heiligen Punkten im Raum Gewaltkultur von Trauma und Ruhm; Verschlechterung der Konfliktlösungskapazität

 

Es ist bezeichnend für den Materialismus unserer Kultur, dass nur die erste Spalte, nicht jedoch die zweite Beachtung findet. Dies erinnert an die Analysen der Mainstream-Ökonomie mit ihrer ausschließlichen Konzentration auf materielle Faktoren (Natur/Land, Arbeitskräfte, Kapital), die Produktion von Gütern und Dienstleistungen, was dann auf Netto- und Bruttosozialprodukte hinausläuft; die enormen Kosten jedoch, die die »Modernisierung« für die Natur, den menschlichen Geist, die Struktur und Kultur im allgemeinen mit sich bringt, bleiben unberücksichtigt.
Wir haben es mit einem allgemeinen kulturellen Syndrom zu tun, das den Kampf um eine ernsthafte Beachtung der unsichtbaren Auswirkungen noch problematischer macht. Dieses Syndrom erfüllt eine ziemlich offenkundige Funktion: Werden nur sichtbare Auswirkungen der Gewalt in Betracht gezogen, dann sind weniger »Kosten« zu berücksichtigen; je kompletter ein Bild, umso größer sollten die Bedenken sein, wenn wir von rationalen Überlegungen ausgehen. Dasselbe gilt für ungebremstes Wirtschaftswachstum, das manchmal dem Kriegführen nicht unähnlich ist; es stellt zwar keine direkte Gewaltanwendung dar, kann jedoch als in die Struktur eingebaute strukturelle Gewalt betrachtet werden.
Die linke Spalte birgt wenig Überraschungen außer vielleicht einen Punkt, der in jüngster Zeit in den Kriegsberichten und -bilanzen, die selbstredend bar jeder Gefühlregung sind, häufig Erwähnung findet: die Anzahl der Vergewaltigungen. Die Tatsache, dass weibliche Körper Schlachtfelder für sich bekriegende Männer-Gangs abgeben, ist wohl so alt wie der Krieg; ihre häufigere Erwähnung in Kriegsberichten der letzten Zeit hat vielleicht auch etwas mit dem zunehmenden feministischen Einfluss zu tun. Die rechte Spalte jedoch ist alles andere als selbstverständlich.

3.1 Natur

Der Krieg ist legitimiert, der Schaden, den er anrichtet, wird vielleicht beklagt, nicht jedoch seine Legitimation. Eine Sache ist der Schaden, der dem Ökosystem zugefügt wird, eine andere die Verstärkung des allgemeinen kulturellen Codes der Herrschaft über die Natur, die auch ein Teil des Vergewaltigungssyndroms ist. Unzählige Millionen von Menschen schauen sich nicht nur an, wie Menschen getötet und verwundet werden, sondern auch wie die Natur zerstört wird und in Flammen aufgeht. Der Krieg ist legitimiert, der Schaden, den er anrichtet, wird vielleicht beklagt, nicht jedoch seine Legitimation. Am schlimmsten sind natürlich die ABC-Waffen an, die genetischen Schaden anrichten können. Doch neben in großem Maßstab stattfindenden kinetischen und brandstifterischen militärischen Angriffen auf die Natur (auch in Friedenszeiten für Manöverzwecke) wirken zivile Angriffe geradezu unschuldig. Wie eine Mega-Gewaltanwendung gegen Menschen, z.B. Auschwitz und Hiroshima-Nagasaki, eine Gewaltanwendung auf »konventioneller« Ebene unschuldig erscheinen lässt, so lässt auch eine Mega-Gewaltanwendung gegen die Natur, Insulte auf einer alltäglichen Ebene harmlos erscheinen.

3.2 Zustand des Menschen

»Süß scheint der Krieg nur dem Unerfahrenen.« Erasmus von Rotterdam

Man kennt nicht einmal die Anzahl der Menschen, die aufgrund von Kriegen Angehörige verloren haben. Für eine moderne Familie beträgt in zwei bis drei Generationen die Größenordnung vielleicht 10¹, rechnet man andere Primärgruppenmitglieder dazu, dann nähert man sich 10². Dazu kommen die Trauerfälle von Menschen aus der Bekanntschaft, deren Angehörige dem Krieg zum Opfer fielen, die Beileidsbezeigungen, die Teilnahme an der Trauer, das kann uns zu einer Größenordnung von 10³ bringen. Schließlich, wenn es zu einer Natur- oder sozialen Katastrophe kommt, gibt es eine Staatstrauer.
Erasmus von Rotterdam sagte vor langer Zeit: »Süß scheint der Krieg nur dem Unerfahrenen«  ein gewichtiger Einwand gegen den aus dem deutschen Kulturbereich stammenden naiven und selbstentlastenden Satz »Der Krieg ist ein Naturgesetz«. Gerade weil der Krieg, wie Sklaverei, Kolonialismus und Patriarchat, eine gesellschaftliche Einrichtung ist, die sogar einer gewissen Anzahl von Gesellschaften unbekannt war, ist er vermeidbar. Wenn sozial = strukturell + kulturell ist, dann haben wir zwei Herangehensweisen, um den Krieg zu begrenzen. Zu einer Kriegskultur gehört es, die Trauernden dazu zu bringen, ihre Verluste zu akzeptieren:
 das Opfer wurde für eine gerechte, ja sogar heilige Sache erbracht, im Allgemeinen für Gott (als Instrument für seinen Willen, Deus volt), für die Geschichte (als Instrument für den Lauf der Geschichte) oder für die Nation als ein Kollektiv, das kulturell definiert ist durch gemeinsame (Kairos-)Punkte von Ruhm und Trauma in Zeit und Raum;

  • der Krieg wird durch das Gesetz als defensiver Krieg gegen einen Aggressor gerechtfertigt;
  • ein Sieg beweist, dass Gott, die Geschichte, das Gesetz auf der Seite der Nation steht;
  • eine Niederlage zeigt, dass die Nation Gott, die Geschichte, das Gesetz verraten hat, das Opfer hat also nur einen Sinn, wenn die Nation beim nächsten Mal siegt;
  • der Krieg ist eben Teil der menschlichen Natur, er ist ein Naturgesetz.
  • Es ist kein Wunder, dass bei solchen Rationalisierungen wichtige Ursachen und Auswirkungen des Krieges unter den Teppich gekehrt werden  das Gesetz ignoriert im Grunde strukturelle und kulturelle Gewalt. Ein Bewusstsein für solche Konsequenzen könnte dazu führen, dass das Engagement für Gott, die Geschichte, das Gesetz und die Nation untergraben wird.

    3.3 Gesellschaft

    Das Dreieck der Gewalt
    © Wolfgang Berer, pixelio.de

    Es kann sein, dass der Krieg von Gesellschaften als Mittel zur Wiederherstellung einer Verbundenheit benutzt wird: Aggression nach außen, Zusammenhalt nach innen.
    Auf der gesellschaftlichen Ebene der Conditio Humana finden wir Struktur und Kultur: Wie wirkt sich Krieg auf sie aus? Niemand wird in Frage stellen, dass Kriege sowohl auf der militärischen wie auch auf der zivilen Seite einen gewissen Zusammenhalt zur Folge haben. Der Grund dafür liegt in der zielstrebigen Hingabe für eine Sache: zu gewinnen und dem Krieg ein Ende zu bereiten. Es kann also sein, dass der Krieg von Gesellschaften, die von allgemeiner Atomie, Atomisierung, Fragmentierung bedroht sind, in diesem Zusammenhang als Mittel zur Wiederherstellung einer Verbundenheit benutzt wird. Heute sind davon vielleicht insbesondere die fortgeschrittenen Demokratien betroffen, die unfähig sind, auf andere Art und Weise einen Zusammenhalt herzustellen: Aggression nach außen, Zusammenhalt nach innen.
    Auch ist es keine Frage, dass Kriege solch positive Züge wie Hingabe, Opferbereitschaft, Solidarität, Disziplin, Teamwork hervorbringen. Denjenigen, die sich in dieser Hinsicht bewähren, ist es oft möglich, nach dem Krieg hohe gesellschaftliche Positionen zu erlangen. Doch sind diese Tugenden eingebettet in ein Gehäuse von Gewalt und Verachtung für das Leben, die sich auf das zivile Leben übertragen können. Der Krieg bringt eine Mobilität für die Unterdrückten, ein Grund, warum Soldaten häufig aus den unteren Gesellschaftsklassen kommen (einschließlich Beschäftigungsloser und solcher, die als Arbeitskräfte ungeeignet sind). Das Ergebnis kann eine drückende Überbeschäftigung von Unterqualifizierten sein.
    Der Krieg kann eine Gesellschaft von der Anomie heilen, der Abwesenheit verbindlicher Normen, indem er Normen einsetzt, die in Beziehung zu Gott, der Geschichte, dem Gesetz, der Nation stehen. Doch wieder stellt sich die Frage: Bedeutet dies nicht, dass die Nachkriegsgesellschaft dann wie eine Armee organisiert und einer Militärkultur unterworfen ist? Und wenn wir davon ausgehen, dass sich die Militärkultur zur Kultur so verhält wie Militärmusik zur Musik, bedeutet dies nicht eine kriegslustige Vereinfachung mit Freund-Feind-Bildern? Wenn das zutrifft, so wird die Gesellschaft niemals gänzlich aus dem Kriegszustand in Friedensverhältnisse überführt, sondern bleibt militarisiert und kriegsanfällig in dem Sinn, dass sie jederzeit für den Krieg als Alternative bereit ist.

    3.4 Welt

    Je mehr Kriege wir hatten, desto mehr sehen wir das Ergebnis als normal an. Wenn wir jetzt die Welt in Ergänzung zu einer Staatengemeinschaft als eine Nationengemeinschaft definieren, in anderen Worten als ein inter-nationales System in Ergänzung zu einem inter-staatlichen System, dann wird die Auswirkung von Kriegen noch klarer. Auf einer oberflächlichen Ebene haben die Menschen, die einer Nation angehören, eine gemeinsame Religion und Sprache. Auf einer tieferen Ebene teilen sie Auserwähltheit, Ruhm und Trauma, den ART-Komplex. Kriege sind ein wesentlicher Anlass für solche Kairos-Punkte. Kontiguität rund um heilige Plätze und Kontinuität im Gedenken an solche Daten projizieren die Nation in Geographie und Geschichte, wie man das deutlich an den Namen der Metro-Stationen und Plätze eines Landes beobachten kann, das sich selbst la Grande Nation nennt. Auch eine Analyse der Nationalfeiertage und der Hymnen wird solches an den Tag bringen. 46 Nachdem die Waffen zu schweigen begonnen haben, ist der Krieg noch immer in den Köpfen der Menschen: Die Dichotomie der Nationen in zwei Lager, die manichäische Sicht der Lager als gutschlecht, FreundFeind, als Kampf zwischen Gott und Satan auf Erden, die Schlacht von Armageddon als das entscheidende Ereignis; kurz gesagt, der DMA-Komplex.
    Dieses Muster wird zu einer Self-fulfilling Prophecy. Der DMA-Komplex überlebt das Ende des Krieges. Jedes Zeichen, das darauf hindeutet, dass der Feind noch am Leben ist, löst vorgefertigte Reaktionen aus; sind solche Zeichen nicht vorhanden, dann werden andere Feinde ausgemacht, um die Gestalt, die von diesem Typus kultureller Gewalt geformt wird, zu vollenden. Das Ende des Kalten Krieges ist mittlerweile ein klassischer Fall: Die Verflüchtigung des »Ostens« als Konfliktpartner kam unerwartet; neue Feinde der Nation (oder Super-Nation) wurden mit der Hilfe Gottes und des Gesetzes aus der Geschichte ausgegraben. Kriege wirken sich auf Strukturen und Kulturen verheerend aus. Und je mehr Kriege wir hatten, desto mehr sehen wir das Ergebnis als normal an.

    3.5 Zeit

    Einem Kairos für einen Krieg wird man einen Kairos für einen Frieden entgegenhalten müssen. Doch noch besser ist ein langer von Geduld gekennzeichneter Khronos einer Arbeit für den Frieden.
    Wie erwähnt, dient ein Krieg dazu, Ruhmes- und Traumapunkte, mit denen Nationen definiert werden, in einen Zeitrahmen zu stellen. Doch sind Struktur und Kultur auch von einer gewissen Trägheit. Beide treiben durch weite Zeitstrecken wie in einem ruhig dahinfließenden Strom weitgehend unverändert, zumindest auf der Ebene der Tiefenstruktur und Tiefenkultur. Es gibt Wasserfälle, die man in Bezug auf die Struktur »Revolutionen« nennt und in Bezug auf die Kultur »Epochenübergänge«; sie sind nicht sehr häufig und tendieren dazu, gemeinsam aufzutreten.
    Wir leben in einem inter-staatlichen, inter-nationalen System, das im Großen und Ganzen durch klar definierte Kriege geformt wurde, mit unzulänglich definierten Friedensabschnitten als Zwischenkriegsperioden. Jeder neue Krieg verstärkt das Bild des Krieges als normal und natürlich, als eine Schicht, die in der nationalen Archäologie über einer anderen abgelagert wird. Die Nationen stellen Übermittler für Struktur und Kultur dar einschließlich des Kriegsmusters; manches, wie beispielsweise auch gewalttätiges Verhalten wird in der Familie vermittelt. Wichtige Vehikel für die Übermittlung sind Nationalsprache und Religion, die Mythen, die als populäre Kunst ihren Ausdruck finden, die Stätten in Zeit und Raum; sie werden durch die Familie und in der Schule weitergegeben, wahrscheinlich weniger am Arbeitsplatz. Schon die Existenz einer Nationalarmee wie auch die Bemühungen, nationale Waffenarsenale einschließlich Nuklearwaffen intakt zu halten, zeigen von der Bereitschaft, sie auch zu benutzen.
    Der springende Punkt, was die Zeit betrifft, ist die Trägheit von Struktur und Kultur; wenn nicht intentional etwas geschieht, um ihr entgegenzuwirken, wird sie unvermindert weiter bestehen. Einem Kairos für einen Krieg wird man einen Kairos für einen Frieden entgegenhalten müssen. Doch noch besser ist ein langer von Geduld gekennzeichneter Khronos einer Arbeit für den Frieden, bis der Teufelskreis durch den Übergang von Quantität zu Qualität gebrochen wird.

    3.6 Kultur

    Hauptkomponenten einer Friedenskultur:

  • Gewaltlosigkeit
  • Kreativität
  • Empathie
  • Mit jedem Krieg stirbt die Menschheit ein wenig. Doch sind wir eine widerstandsfähige Gattung, sonst hätten wir uns schon längst selbst ausgelöscht. An uns ist mehr dran als nur die traurige Geschichte von Krieg und Gewalt. Wenn Konflikte im Sinn einer Unvereinbarkeit von Zielen auf allen Ebenen menschlicher Organisation allgegenwärtig sind, von der intra-personalen zur inter-regionalen, intra-globalen und auch inter-stellaren, dann müssen wir über einige Konfliktlösungsfähigkeiten verfügen.
    Gewaltlosigkeit, Kreativität und Empathie sind drei Hauptkomponenten einer Friedenskultur oder eines kulturellen Friedens im Gegensatz zu einer Gewaltkultur. Kriege und Gewalt auf niedrigeren Ebenen menschlicher Organisation sind Karikaturen dieser Tugenden und verringern die menschliche Konfliktlösungskapazität.

    Dass Kriege nicht gewaltlos sind, ist mehr als nur eine Tautologie. Es kann, auf einer oder mehreren Seiten, selbstauferlegte Zurückhaltung in Kriegen geben, sowohl ad bellum als auch in bello.

    Dass Kriege nicht gewaltlos sind, ist mehr als nur eine Tautologie. Es kann, auf einer oder mehreren Seiten, selbstauferlegte Zurückhaltung in Kriegen geben, sowohl ad bellum als auch in bello. Doch der springende Punkt bezüglich Gewaltlosigkeit wäre, auf Gewalt mit Liebe zu reagieren, oder neutraler ausgedrückt, auf negative Taten mit etwas Positivem. Die Kriege schließen ein solches Verhalten als Hochverrat aus und etablieren eine Kultur von Geheimnissen und Täuschungen, von Lügen und Propaganda.
    Man kann nicht verleugnen, dass Kriege in ihrer Destruktion auch in hohem Maße kreativ sind, doch bleibt ihr Fazit Destruktion von Leben und Eigentum. Eine Kreativität in Richtung Erhöhung des Lebens, indem man andere (einschließlich »der Anderen«) fördert, wird ebenfalls als Hochverrat ausgeschlossen.
    Dasselbe gilt für die dritte Tugend: Empathie, die Fähigkeit andere von innen her zu verstehen, ist Hochverrat. Wenn man so vorgeht, wird das Verhalten des anderen als Folge seiner Geschichte gesehen, werden die externen Ursachen zu guten Gründen und der Wille zu töten kann vielleicht untergraben werden.

       
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