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Luzides Träumen

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© Rike, pixelio.de

Träumen bei klarem Bewusstsein

»Träume sind Gefühle in bunten Bildern«, sagt Dr. Brigitte Holzinger, Leiterin des Wiener Instituts für Bewusstseins- und Traumforschung. Die nächtlichen Fantasien verraten aber nicht nur viel über einen selbst, man kann sie mit der Technik des luziden Träumens, auch Klar-Träumen genannt, ebenfalls produktiv für sich nutzen. »Dabei ist sich der Schlafende die ganze Zeit über bewusst, dass er träumt – und dass er Einfluss auf das Geschehen nehmen und es zu seinen Gunsten drehen kann«, erklärt Psychotherapeutin Holzinger. Das kann beispielsweise helfen, Lerninhalte zu vertiefen oder neue, bisher ungelebte Aspekte der eigenen Persönlichkeit einmal spielerisch auszuprobieren. Ist man zum Beispiel sehr schüchtern, kann man in seiner Traumwelt mal etwas wagemutiger agieren – und in dieser sicheren Zone erleben, wie es einem dabei ergeht. Auch für Alptraum-Geplagte macht die Technik Sinn. Statt vor einem bedrohlichen Verfolger in Panik wegzurennen, kann man jetzt absichtlich in einen Dialog mit dem Verfolger treten und sich damit aus seiner hilflosen Opferrolle befreien. Das gibt auch im Alltag Selbstvertrauen.

Wie lernt man, klar zu träumen?

Luzides Träumen kann durch verschiedene Übungen erlernt werden, die leicht in den eigenen Tagesablauf integriert werden können. Voraussetzung ist die Bereitschaft, sich mit seinen Träumen auseinander zu setzen, diese wichtig zu nehmen und ihnen einen festen Platz einzuräumen. »Schreiben Sie Ihre Träume auf, auch wenn es anfangs nur einzelne Bilder sind«, rät Dr. Brigitte Holzinger. »Am besten funktioniert dies direkt nach dem Aufwachen, weil dann die Erinnerung noch sehr frisch ist«. »Bleiben Sie am Ball – mit der Zeit werden Sie sich dann immer besser an Ihre Träume erinnern.«

»Außerdem ist es sehr wichtig, sich ein Ziel zu setzen: Was möchte ich mit dem Klarträumen erreichen?«, so die Traumforscherin. Lernen Sie beispielsweise eine neue Sportart und wollen die Bewegungsabläufe im Schlaf weiter trainieren, müssen Sie sich nur vornehmen, genau dies auch im Traum zu erleben.

Auch tagsüber lässt sich das luzide Träumen üben. »Versuchen Sie häufiger und intensiver Ihre Umgebung wirklich wahrzunehmen«, erklärt Dr. Brigitte Holzinger. »Das hilft nämlich auch, die Traumwelt bewusster zu erleben. Schauen Sie sich also alles so genau und aufmerksam wie möglich an – so, als würden sie es zum ersten Mal sehen.« Fragen Sie sich zudem im Wachzustand öfters mal: »Wach ich gerade oder träume ich?". Das hilft, den eigenen Bewusstseinszustand zu trainieren und immer aufmerksamer für die eigene Wahrnehmung zu werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die Selbstsuggestion. Sagen Sie sich abends vor dem Einschlafen: »Das nächste Mal, wenn ich träume, weiß ich, dass ich träume.« Nehmen Sie sich das wirklich vor und sagen Sie es sich immer wieder vor, während Sie langsam in den Schlaf dämmern.

   
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