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Bücher

Karin Steinhöfel: Samuels Liebe

Details

Karin Steinhöfel
Karin Steinhöfelr

Verbunden in der Liebe

Ausgelöst durch den geplanten Selbstmord ihres Sohnes, ist es der Weg ihrer spirituellen Heilung, den Karin Steinhöfel in diesem Buch niederschreibt. Dieser Weg führt sie abseits von gesellschaftlichen Konformitäten streckenweise in die Einsamkeit und lässt sie Phasen größter Angst und tiefster Verzweiflung erleben. Ihr Entwicklungsgang in Richtung wahre Freiheit, tiefen inneren Friedens und Erkenntnis, wird geschrieben, so nennt sie es selbst. Geschrieben von einer anderen »Quelle«, von »Etwas«, das ihr die Worte zukommen lässt, um diese durch sie zu verbreiten. Sie lädt ihre Leser ein, sich mit ihr auf die Reise zu begeben. Auf eine Reise hin zur Er-Lösung, zum Sein, zur allgegenwärtigen allumfassenden Liebe.

Schon von Anfang an spürte die Autorin, dass der Prozess, der bei ihr vor einigen Jahren »einfach begonnen« hatte, nicht aufzuhalten war, dass sie ihn einfach geschehen lassen musste. Was hier mit ihr geschah, konnte sie nicht im Geringsten beeinflussen. Obwohl sie sich schon einige Zeit davor mit dem Bereich der Spiritualität auseinandersetzte und einige sowohl schmerzhafte als auch befreiende Erfahrungen durchlaufen hatte, offenbarte sich im selbst gewählten Tod ihres Sohnes Florian zugleich die schwerste Prüfung auf ihrem Weg der Erkenntnis hinsichtlich der Notwendigkeit des Los-Lassens. Bis zuletzt begleitete sie ihren Sohn, der sich fest entschlossen hatte, seinen Körper zu verlassen. Im Wissen um seinen Wunsch erlebte sie sich als hilflos und verzweifelt und war bemüht, ihn davon abzubringen. Jedoch vernahm sie schon zu diesem Zeitpunkt eine innere Stimme, die ihr sagte: »Alles ist richtig, so wie es ist«. Erst im Nachhinein konnte sie die Bedeutung dieses Geschenkes wahrnehmen. Florian hatte nur seine äußere Hülle verlassen, seine Seele lebte weiter und war stets bei ihr, lehrte und führte sie. Zeitgleich begann sie erste Schreibchannelings zu empfangen, in denen sie ein Gefühl des vollkommenen Eins-Sein mit ihrem Sohn erlebte. Diese Botschaften von Samuel – seinem »wahren Seelennamen« – schrieb sie ohne zu (be)urteilen, ohne auszusortieren nieder.

Einerseits ist dieses Buch die Beschreibung ihres immer wiederkehrenden Prozesses der Resignation, der Verzweiflung, doch auch des In-die-Stille-Gehens und der damit einhergehenden Auflösung von Blockaden, so dass sich die anfänglichen Tränen schließlich zu Perlen der Erkenntnis wandeln können. Lässt man sich vollständig auf das Werk ein, wird die dahinter stehende Energie spürbar, mit der diese Zeilen geschrieben und die beigefügten Bilder gemalt wurden. Andererseits erhält man einen anderen Blick auf das Thema Freitod und wird sich dadurch der Begrenztheit der Selbstbestimmung bzw. des eigenen Verstandes bewusst.

Jede Seele hat ihren vorbestimmten Weg – sie kann ihn mit oder ohne Widerstand gehen – jedoch liegt es nicht in unserer Macht, ihre Bestimmung zu verändern.

Nicht einmal die scheinbar wahllos verwendete dass-/das-Schreibung oder das konsequent falsche Bindestrichformat können die Wirkung des Inhalts beeinträchtigen.

Bewertung: sehr gut

Kristina Kokta

Karin Steinhöfel: Samuels Liebe...aus Tränen werden Perlen. Re Di Roma-Verlag 2009, 174 S., SC, 17 €

   
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